Karpfen Angeln im WinterJetzt haben wir schon ende November und wie es sicherlich jeder bemerkt hat, sind die Tage kürzer und die Nächte länger und frischer geworden. Eigentlich haben wir dieses Jahr noch Glück mit dem Wetter und die Voraussetzungen einen Karpfen zu fangen stehen relativ gut. Aber leider können wir den Zyklus der Natur nicht beeinflussen und müssen es so nehme wie es kommt. In den kommenden Wochen nimmt nicht nur die Lufttemperatur ab, sondern auch die Wassertemperaturen sinken von Tag zu Tag.

Mit dem nassen, nebligen und kalten Wetter nimmt so langsam auch der Winter bei uns Einzug. Ich persönlich plane jetzt nur noch wenige Angelsessions und verbringe die letzte Zeit des Jahres eher auf Karpfenmeetings oder im Tackle Keller und experimentiere rum.

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Natürlich kann man auch im Winter auf Karpfen angeln. Jedoch erschwert uns diese Jahreszeit das angeln ungemein. Die Karpfen sind jetzt nicht mehr so leicht zu überlisten wie in den Monaten zuvor. Aber das soll der Sache keinen Einbruch geben. In den kalten Wintermonaten sind die Karpfen auch nicht mehr so aktiv wie im Herbst oder Sommer. In den vergangenen Wochen haben sie sich einige Reserven für den Winter angefressen. Genau aus diesem Grund sind die Karpfen im Winter eher bewegungsfaul und meiden größere Anstrengungen bei der Futtersuche. Wenn man also im Winter dem Karpfen nachstellen will, sollte man einige Regeln beachten.

Zum einen sollte die die Platzwahl gut getroffen werden. Abzuraten ist von neuen oder niemals zuvor befischten Gewässern. Man sollte sich schon ein wenig in dem zu beangelnden Gewässer auskennen. Oftmals helfen kleinere Spaziergänge vor der eigentlichen Angelsession. Genauso von Vorteil können kurze Gespräche mit anderen Anglern sein. Also nicht einfach darauf los angeln und auf den großen fang hoffen. Die Theorie, dass Karpfen im Winter immer nur in den tieferen Wasserregionen anzutreffen sind, kann ich aus persönlicher Erfahrung wiedersprechen. Diese Theorie ist von jedem See zu See verschieden und ist kein Aspekt bei der guten Platzwahl.

Manchmal verrät der Fisch seine Lieblingsplätze ganz von alleine. Darum sollte man im Winter vermehrt auf Gewässertrübungen achten und regelrecht danach Ausschau halten. Denn das aufwühlen von weichen Untergründen hinterlässt für uns Karpfenangler Spuren im Wasser. Ein weiteres Zeichen von aktiven Karpfen sind aufsteigende Blasen. Sollte man gar keine Anzeichen von Aktivität finden, kann das Ausloten des Gewässers von Vorteil sein. Im idealsten Fall sucht man in verschiedenen Wassertiefen nach Erhöhungen.

Wenn man also seinen Angelplatz ausgemacht hat, sollte man sich der Futterstrategie annehmen. In der kalten Jahreszeit verbringen die Karpfen sehr viel Zeit bei der Futtersuche. Da der Fisch im Winter seinen Stoffwechsel runterschraubt, liegt es also nahe, nur kleinere Futterplätze anzulegen. Zum Anfüttern verwende ich ausschließlich Pellets, Hanf bzw. Vogelfutter sowie zerkleinerte Boilies. Auch die Ködergröße schraube ich herunter. Beim Karpfenangeln im Winter verwende ich sehr gerne 14-16 mm Boilies sowie 8 mm Pop Ups in verschiedenen Geschmacksrichtungen.

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An manchen Gewässern habe ich jedoch vereinzelt die Erfahrung gemacht, dass gerade das Anlegen eines Futterplatzes ein grober Fehler sein kann. In einigen Gewässertypen stehen die Karpfen nicht mehr so auf angelegte Fressplätze und verschmähen diese eher. Aus diesem Grund sollte man sich nicht auf eine Taktik versteifen und immer flexibel sein. Ich lege zwar immer einen Futterplatz an, jedoch nur sehr behutsam und vorsichtig. Hierzu verwende ich meine Futterschleuder mit sehr wenig Futter bzw. schnell auflösende Pellets. Beim Karpfen angeln im Winter setze ich eher auf gefüllte PVA Beutel beziehungsweise Netze. Auch hier weiß ich aus Erfahrung, dass es nun an der Zeit ist, dem Karpfen kleinere Leckereien aus der Köderkiste zu präsentieren. Manchmal zahlt es sich aus, wenn man seine Hakenköder vorher einlegt. Wenn man das vergessen haben sollte, kann man dem gefüllten PVA Beutel mit ein wenig Booster auf die Sprünge helfen. Dadurch erhöht man die Lockwirkung um ein vielfaches und ein vorbei ziehender Karpfen sollte eigentlich nicht wiederstehen können.

Die Karpfenmontage wähle ich wie beim normalen Angeln auch. Jedoch passe ich die Hakengröße dem jeweiligen Hakenköder an und bevorzuge die Größe 4 - 6. Oftmals hat sich auch das Einsetzen einer Köderkombination (Schneemänner, Pop Up Boilies) als wahrer Magnet entpuppt. Sehr gerne verwende ich auch gefärbten Mais in der Farbe Rot.

Hier noch ein kleiner Tipp: Bei einen meinem letzten Karpfenausflügen im Jahre 2010 im wunderschönen Rumänien, konnte ich neue Erfahrungen von einheimischen Karpfenanglern sammeln. Diese verwenden als Hakenköder einen kleinen Schwamm. Dieser kann wahlweise mit Booster oder Flavour getränkt bzw. eingelegt werden. Also auch diese Variante kann man wenn mal nichts laufen sollte in Erwägung ziehen und zum Karpfenfischen einsetzen.

Manchmal kann das Karpfenangeln im Winter sehr eintönig, langweilig und kalt werden. Ich habe auch schon sehr viele Tage und Nächte in eisigster Kälte verbracht ohne überhaupt einen Fisch zu Gesicht zu bekommen. Aber nicht direkt verzweifeln und die Flinte ins Korn werfen. Sorgt immer für genügend Abwechslung das steigert die Zuversicht. Zudem ist es von Vorteil wenn man eine vernünftige Ausrüstung besitzt. Dazu zählt ein Zelt mit Winterskin, guter Schlafsack und gegebenenfalls eine Zeltheizung. Aber auch die Angelklamotten wie Thermounterwäsche, Jacke, Hose und Mütze sollten der Jahreszeit entsprechen angepasst werden. Darüber hinaus ist es ratsam immer Wechselbekleidung mit im Gepäck zu haben. Wenn Ihr all die diese Punkte beachtet, kann auch das Karpfenangeln im Winter richtig Spaß machen.

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